Blink-182's "Neighborhoods"

8. November 2011 von tk

Blink-182. Sie waren die Band meiner Jugend. Ich habe die Musik rauf und runter gehört, in mich eingesogen, ganz einfach: ich habe sie geliebt. Ihre besten Songs waren definitiv auf den Scheiben “Take Off Your Pants And Jacket” (2001) und “Blink-182” (2003) zu finden, doch gerade auch die Hits “What’s my age again?” und “All the small things” haben ganze Generationen geprägt. 2005 kam die Schreckensmeldung: Trennung. Im Jahr 2009 wurde sich wieder enttrennt. 2011 kommt nun, 8 Jahre nach dem letzten, ein neues Studio-Album auf den Markt, “Neighborhoods”. In der Zeit ist viel passiert: Angels & Airwaves (AVA), +44 und eben 8 Jahre. Die Jungs sind nicht mehr die selben. Und die Musik auch nicht.

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Das Album erscheint in zwei Versionen. Die Deluxe-Edition hat 4 zusätzliche Lieder: “Snake Charmer”, “Hearts All Gone Interlude”, “Fighting The Gravitiy” und “Even If She Falls”.

 

Los geht es mit “Ghost on the Dance Floor”. Der Beginn klingt erst einmal richtig nach Angels & Airwaves. Diesen Vergleich muss das Album oft über sich ergehen lassen. Das Album ist musikalisch weggerückt vom schnellen jungen energetischem Pop-Punk, der immer das Markenzeichen von Blink war. Immer wieder bricht er durch, doch meistens erinnert der Stil eher an den Alternativ-Rock, welchen eben auch AVA praktiziert. Verändert hat sich auch die Gesamtstimmung des Album: diese war in den alten Alben immer irgendwie fröhlich, frech und frisch. Das fehlt dem neuen Album. Es ist ernster. Der Gesang, die Musik, die transportierte Stimmung, die Texte,  eben das gesamte Album. Auch sind die Lieder lange nicht so druckvoll produziert, wie auf den alten Alben.

Das klingt alles Mal sehr negativ. Und ein alter Blink-Fan wird auch erst mal schlucken müssen. Nach dem zweiten, dritten oder auch vierten Hören wird aber auch er spätestens merken, dass das Album seine Berechtigung hat. Starke Songs wie der Opener “Ghost on the Dance Floor”, die erste Single “Up All Night” oder das punkig flotte “Hearts all gone” zeigen, dass die drei Jungs es immer noch richtig drauf haben. Letzteres darf man wohl durchaus als Hommage an die alten wilden Zeiten auffassen, der Song sticht durch seinen Stil und den Verzicht auf Synthies aus dem Album heraus.

Eine gute Nachricht an alle “alten” Blink-Fans: Travis sitzt immer noch am Schlagzeug. Das ist keine neue oder überraschende Meldung, aber man hört es. Travis hat seinen eigenen Schlagzeug-Stil und ist einfach nur genial. Sein Drumming haucht jedem Song ein bisschen Blink-feeling ein. Egal, wie AVA-Mäßig die Lieder klingen.

Es gibt noch einige andere gute Lieder. Das punkige “Natives” in dem sich Mark und Tom ganz klassisch beim Gesang abwechseln (tut es gut, das zu hören). “After Midnight”, welches durchaus an das letzte Album erinnert. “Snake Charmer” versucht, die Power der alten Alben zu erreichen, ebenso “This is Home”. Bei “Mh 4.18.2011” hat Mark auch +44 einen guten Eindruck auf dem Album verschafft. “Even If She Falls” ist ein sehr gelungener Schlusssong. Es gibt wirklich viele gute und eigentlich keine schlechten Lieder auf dem Album. Wer Angels & Airwaves oder +44 mochte, wird dieses Album lieben. Wer vor allem Blink liebte, wird diesem Album eine zweite Chance geben müssen. Aber sie lohnt sich.

“Neighborhoods” ist kein Nachfolger zu “Blink-182” und auch kein wirklicher Neuanfang. Es mehr eine Zusammenfassung der letzten 8 Jahre. Das klingt gut, ist aber leider nicht so der große Wurf, den sich viele Fans erhofft hatten. Wer die letzten 8 Jahre verpasst hatte, sollte zugreifen, um zu hören, was die Jungs so getrieben haben. Und wer sie verfolgt hat, weiß, das er hier nur gutes zu hören bekommen kann. Und da Travis am Schlagzeug sitzt, hat man immer wieder das Gefühl, man höre tatsächlich ein Blink-182 Album.

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