Wort zum Sonntag (#51)

3. April 2011 von tk

Atomkraft. Atomkraftgegner. Atomkraftwerke. Atomkraftausstieg. Ich kann es nicht mehr hören. Wenn ihr mich fragt, sollten wir den Forderungen nachgeben und die Atomkraft sofort abstellen. Allerdings dann keinen Atomstrom aus Frankreich importieren, sondern bei allen, die diese Forderung gestellt haben, einfach den Strom abknipsen. Fairer Kompromiss? Zwinkerndes Smiley

5561361556_79e4cec2acFoto von Flikr-Account gruenenrw, veröffentlicht unter CC

Auch kurzfristiger Atomausstieg wäre keine schöne Lösung. Die einzigen effizienten Alternativen wären Kohle- und Erdölkraftwerke, sowie Wasserkraft. Die erstem Beiden sind wahrlich keine schöne Alternative, letztere ist in Deutschland bereits ziemlich gut ausgebaut und die wirklich effizienten “Kraftwerke” ala Staudamm sind auch nicht gerade ein unbedeutender Eingriff in das Ökosystem. Blieben noch Solaranalagen und Windkraft. Solaranlagen sind momentan und vor allem bei uns noch nicht enorm Effizient und brauchen ebenfalls viel Platz, um größere Mengen Energie zu schaffen. Windkraft ist zwischenzeitlich recht effizient, benötigt leider ebenfalls viel Platz und gute Bedingungen.

Glaubt mir. Ich bin auch kein Fan der Atomkraft. Aber ich bin auch kein Fan von extrem teuren Strom (ich muss den nämlich selbst bezahlen), Kohle- und Erdölkraftwerken und abscheulichen Politikern, die traurige Situationen nutzen um politischen Kapital daraus zu schlagen, indem sie es schaffen, das über kein anderes Thema mehr gesprochen wird und völlig absurde Forderungen in den Raum gestellt werden, denen dann auch noch alle Leute zustimmen. Irgendwie fehlt vielen der Realismus. Real ist, dass über 3/4 (!) des deutschen Stroms aus fossilen Rohstoffen (Erdöl, Erdgas und Kohle) gewonnen werden. Bedeutet, dass bei Ablösung des Atomstroms durch erneuerbare Energien, dieser Anteil gleich bleibt. Real ist auch, dass deutsche Atommeiler zu den Sichersten der Welt gehören und die Erdbebengefahr erheblich niedriger als in anderen Ländern ist. Real ist aber auch, das Uran kein nachwachsender Rohstoff ist und nicht gerade ökologisch abgebaut wird.

Ok. Was ich mit dem ganzen Ausdrücken wollte ist folgendes: Der Ausstieg aus der Atomkraft wird nicht unsere persönlichen, innenpolitischen, außenpolitischen, finanziellen, wirtschaftlichen und was weiß ich Probleme lösen. Deswegen, Leute, der Ausstieg aus der Atomkraft schön und gut, aber er ist nicht alles und wenn schon, dann bitte mit Köpfchen.

Eine schöne Woche euch,

Thomas

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Ein Kommentar

Rochtig - mit Köpfchen. So wie vor einigen Jahren von Rot-Grün beschlossen ;-)

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